Peugeot 106 Reparaturanleitung: Bremsanlage

Das hydraulische Fußbremssystem besteht aus dem Hauptbremszylinder, dem Bremskraftverstärker sowie Scheibenbremsen für die Vorderräder und Trommelbremsen für die Hinterräder.

Die Scheibenbremsen sind je nach Motor und Ausstattung zur besseren Kühlung innenbelüftet. Die Trommelbremsen an der Hinterachse sind selbstnachstellend.

Das Bremssystem ist in zwei Kreise aufgeteilt, die diagonal wirken. Ein Bremskreis arbeitet vorn rechts/hinten links, der zweite vorn links/hinten rechts. Dadurch bremst bei Ausfall eines Bremskreises trotzdem noch ein Vorderrad und das entgegengesetzte Hinterrad; das Fahrzeug kann zum Stehen gebracht werden.

Der Druck für beide Bremskreise wird im Hauptbremszylinder über das Bremspedal aufgebaut. Über dem Hauptbremszylinder sitzt der Vorratsbehälter für die Bremsflüssigkeit, dessen Füllmenge regelmäßig kontrolliert werden sollte.

Der Bremskraftverstärker speichert einen Teil des vom Motor erzeugten Ansaug-Unterdruckes. Über entsprechende Ventilsteuerungen wird dann bei Bedarf die Pedalkraft durch den Unterdrück verstärkt. Der Dieselmotor besitzt eine spezielle Unterdruckpumpe, die seitlich am Motor angeflanscht ist und den Unterdrück für den Bremskraftverstärker erzeugt.

Die Handbremse wirkt über Seilzüge auf die Bremsbeläge der Hinterrad-Trommelbremse.

Die Hinterradbremszylinder besitzen integrierte Bremsdruckregler. Die Druckregler arbeiten nach dem Trägheitsprinzip und sorgen dafür, daß beim scharfen Bremsen die Hinterräder nicht überbremst werden (blockieren). Die Radbremszylinder können nicht zerlegt werden; bei einem Defekt sind sie komplett auszutauschen.

Für den PEUGEOT 106 kommen Scheibenbremssättel von den Firmen TEVES oder BENDIX zum Einsatz. Beim Wechseln der Bremsbeläge sind daher unterschiedliche Arbeitsschritte erforderlich.

Je nach Modell und Ausstattung ist der PEUGEOT 106 mit einem elektronischen Antiblockiersystem (ABS) ausgerüstet. Die Arbeitsanweisungen gelten auch für dieses Bremssystem.

Beim Reinigen der Bremsanlage fällt Bremsstaub an. Dieser Staub kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Deshalb beim Reinigen der Bremsanlage darauf achten, daß der Bremsstaub nicht eingeatmet wird.

Die Bremsbeläge sind Bestandteil der Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), außerdem sind sie vom Werk auf das jeweilige Fahrzeugmodell abgestimmt. Es empfiehlt sich des halb, nur von PEUGEOT beziehungsweise vom Kraftfahrtbundesamt freigegebene Bremsbeläge zu verwenden. Diese Bremsbeläge haben eine KBA-Freigabenummer.

Das Arbeiten an der Bremsanlage erfordert peinliche Sauberkeit und exakte Arbeitsweise. Falls die nötige Arbeitserfahrung fehlt, sollten die Arbeiten an der Bremsanlage von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden.

Hinweis: Auf stark regennassen Fahrbahnen sollte während des Fahrens die Bremse von Zeit zu Zeit betätigt werden, um die Bremsscheiben von Rückständen zu befreien. Durch die Zentrifugalkraft wird zwar das Wasser von den Bremsscheiben geschleudert, doch bleibt teilweise ein dünner Film von Silikon, Gummiabrieb, Fett und Verschmutzungen zurück, der das Ansprechen der Bremse vermindert.

Wird das Fahrzeug nach einer Regenfahrt abgestellt, insbesondere im Winter bei Streusalzeinwirkung, ist es zweckmäßig, die Bremse vorher mit leichter Pedalkraft bis zum Stillstand zu betätigen. Dadurch trocknen die Bremsscheiben und können nicht so leicht korrodieren.

Nach dem Einbau von neuen Bremsbelägen müssen diese eingebremst werden. Während einer Fahrtstrecke von rund 200 km sollten unnötige Vollbremsungen unterbleiben.

Korrodierte Scheibenbremsen erzeugen beim Abbremsen einen Rubbeleffekt, der sich auch durch längeres Abbremsen nicht beseitigen läßt. In diesem Fall müssen die Bremsscheiben erneuert werden.

Eingebrannter Schmutz auf den Bremsbelägen und zugesetzte Regennuten in den Bremsbelägen führen zur Riefenbildung auf den Bremsscheiben. Dadurch kann eine verminderte Bremswirkung eintreten.

  1. Hauptbremszylinder mit Bremsflüssigkeitsbehälter
  2. Bremskraftverstärker
  3. Scheibenbremse
  4. Trommelbremse
  5. Bremsleitung

Fahrzeugvermessung
Optimale Fahreigenschaften und geringster Reifenverschleiß sind nur dann zu erzielen, wenn die Stellung der Räder einwandfrei ist. Bei erhöhter und ungleichmäßiger Reife ...

Bremssattelfabrikate im PEUGEOT 106
Mit dieser Aufstellung kann das Bremsfabrikat am eigenen Fahrzeug anhand des Bremssattels zugeordnet werden. Die Arbeitsanweisungen für Bremsbelag-/Bremssattelausbau unterscheiden sich je nac ...

Siehe auch:

Lenkradverstellung
Lenkradverstellung Ziehen Sie bei stehendem Fahrzeug den Hebel, um das Lenkrad zu entriegeln. Stellen Sie Höhe und Tiefe ein, um Ihre Fahrposition entsprechend anzupassen. Drücken Sie den Hebel wieder ein, um das Lenkrad zu arretieren. Aus Sicherheitsgründen darf das ...

Sicherungen im Motorraum
Der Sicherungskasten befi ndet sich im Motorraum neben der Batterie (auf der linken Seite). Sicherungen im Motorraum Zugang zu den Sicherungen Haken Sie den Deckel aus. Ersetzen Sie die Sicherung (siehe betreffenden Absatz). Schließen Sie nach dem Austausch den Deckel sorgf&aum ...

Fehlersuche in der elektrischen Anlage
Beim Aufspüren eines Defekts in der elektrischen Anlage ist es wichtig, systematisch vorzugehen. Dies gilt sowohl beim Überprüfen von ausgefallenen Glühlampen wie auch bei nicht laufenden Elektromotoren. Der erste Schritt ist immer die Überprüfung der Sicherung ...

Menu

   
www.peugeotde.com | © 2019